Grüne hinten drin

Die „Grüne Jugend“ fordert ein neues „UrheberInnenrecht„.

Begründung: „Durch die technische Entwicklung ist das Schaffen von Werken, sowie deren Verbreitung nun ein Kinderspiel.“

Das erinnert mich an meine Oma, die 1960 glaubte, Gitarrespielen müsse nicht mehr gelernt werden, weil die neuen Instrumente ja elektrisch waren. Meine Oma war aber nicht dumm, sie war nur alt und konnte es nicht besser wissen. Die „Grüne Jugend“ hingegen muß unvorstellbar dämlich sein.

Ich wandle (unter Weglassung des Kommafehlers) leicht ab: Durch die technische Entwicklung ist das Schaffen von geistigem Dünnschiß sowie dessen Verbreitung nun ein Kinderspiel.

Infantil präsentieren sich auch die reifen Grünen. Sie haben sich eine „Fairness-Pauschale“ ausgedacht. Die ist zwar nichts anderes als die altbekannte „Kulturflatrate“ der Piraten, aber die Grünen nennen sie flauschiger. Ärgerlich an beiden Bezeichnungen ist gleich schon mal der scheinheilige Euphemismus. In Wahrheit gehts bei dieser „Pauschale“ schließlich um eine INTERNETSTEUER – und wer eine rigorose neue Steuer einführen möchte, soll sie gefälligst auch so nennen. Bis heute hat keine Sau ausrechnen können, wie teuer Breitbandanschlüsse tatsächlich werden müßten, um allen Komponisten, Textern, Schriftstellern, Journalisten, Wissenschaftlern etc. ein angemessenes Auskommen zu sichern. Zudem müßten auch die Inhaber von Leistungsschutzrechten auf diesem Wege entschädigt werden – neben der Musikindustrie beispielsweise die Filmindustrie (die Produktion von Musik und Filmen kostet bekanntlich einiges). Könnten die Grünen die Höhe ihrer Internetsteuer pro Kopf beziffern, würde das Volk sofort mit Schaum vorm Maul auf die Straße stürzen und alles ohrfeigen, was grün ist.

Die Geschichte wird aber noch blödsinniger. Die Grünen erklären bunt und fröhlich:

„Wie viel Geld bekommt dann zum Beispiel eine Band? Je nachdem, wie oft ihre Musik gehört wird.“

So viel wie je nachdem? Ach du liebes Lottchen. Aber lassen wir die Grammatik mal beiseite, man ahnt ja, was gemeint ist. Fragen wir lieber, wie die Grünen das genaue „viel“ messen wollen.

„Wie kann man das messen? Mit TestnutzerInnen, anonymen Download-Statistiken, Verkaufszahlen und Airplay, Marktforschung sowie individueller Bewertung der NutzerInnen.“

Hä? Messung durch Marktforschung? Und wer soll bewertet werden – die NutzerInnen? Oder sollen die NutzerInnen BewerterInnen abgeben? Und wären solche Erhebungen nicht beliebig manipulierbar?

„Stimmt. Jedes einzelne Verfahren kann manipuliert werden. Um eine wirklich gerechte Verteilung der Einnahmen zu ermöglichen und auch den Datenschutz zu gewährleisten, müssen wir sie deshalb intelligent mischen.“

Liebe Grüne, Ihr wollt nicht wirklich die Einnahmen intelligent mischen, oder? Ihr meint eine Mischung der genannten Verfahren. Aber hört mal – die „intelligente Mischung“ beliebig manipulierbarer Daten als Basis einer gerechten Ausschüttung? Nein, daß Ihr so unfaßbar bescheuert seid, glaube nicht mal ich. Ihr wollt einfach bloß dem zurückgebliebenen Teil der jungen Wählerschaft in den Arsch kriechen. Richtig?

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