Edward Snowdon, Geheimdienste und ihre Opfer

Vorweg: ich habe keinen blassen Dunst. Wie so ziemlich jeder kenne ich Geheimdienste nur aus schlechten Filmen. Nachdem sich aber nun so ziemlich jeder über den Geheimdienstler Edward Snowden und die von ihm verpfiffene Spionagepraxis der Amerikaner geäußert hat, will auch ich nicht zurückstehen. Ergänzend muß ich anmerken, daß ich nicht nur von Geheimdiensten keine Ahnung habe, sondern auch kein Internetexperte bin. Ein Digital native bin ich schon gar nicht, dafür bin ich viel zu alt. Allerdings treibe ich mich im Netz schon seit dessen Anfängen herum und erinnere mich sehr gut daran, daß von Beginn an eines zum Grundwissen jedes Nutzers gehörte: im Internet gibt es keine Geheimnisse. Wer ihm Daten anvertraue, hieß es, könne sie ebensogut aus dem Fenster schreien. Egal ob E-Mails, Foreneinträge oder Suchvorgänge – nichts sei vor neugierigen Zugriffen sicher. Seither hat sich eine Menge getan. So hat sich Google, wie jeder weiß, zu einer automatischen Milliarden-Monster-Datensammelmaschine entwickelt, die jeden bis auf die Unterhose ausspäht und alles speichert, was irgend geht, und wer sich trotzdem noch nicht ausreichend beachtet und durchleuchtet fühlt, unterrichtet auch noch Facebook gewissenhaft über alles Nichtprivate und Private. Wer nämlich im Netz aufgewachsen ist, der ist darin zuhause und schätzt Google und Facebook als trauliches, liebes Heim. Da will man Mensch sein und sich gehenlassen. Daß einem aber ein Geheimdienst ins Intimste reinspäht – das geht gar nicht! Das fand auch Edward Snowdon, als ihm urplötzlich das Gewissen schlug. Also verriet er alles und seilte sich in Überläufermanier nach Rußland ab. Deshalb ist er für die Netzgemeinde nun ein Held.

Für die CIA und die NSA ist er dagegen ein Verräter. Ohne seine Enthüllung wär ja im Traum keiner drauf gekommen, daß US-Geheimdienste das Internet abhorchen. Glücklich sind all die anderen Geheimdienste, weil sie noch unverdächtig sind – der BND, der Verfassungsschutz, der MAD, der MI6 , der FSB, der SWR, der Mossad, der MIT, der VEVAK, der Zhong Chan Er Bu und wie sie alle heißen. Gut so! Das Mindeste, was man von einem Geheimdienst erwarten kann, ist schließlich, daß er geheim ist.

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