Hällouiien

Bald ist Hällouiien, das weiß jedes Kind. An Hällouiien setzen sich die Kinder nämlich gruselige Monstermasken aus Gummi auf, klingeln an allen Türen in der Nachbarschaft und verlangen Süßigkeiten. Das hat seinen Ursprung bei den Kelten. Die glaubten, daß an diesem Tag die Seelen der Verstorbenen zurück auf die Erde kämen. Folglich höhlten sie Rüben aus, ritzten ein schauriges Gesicht hinein und beleuchteten das Ganze von innen mit einer Kerze.

Liebe Hällouiien-Kinder, wußtet ihr, daß der 31. Oktober, der Reformationstag, der evangelische Feiertag schlechthin ist? Daß er an den Anschlag der 95 Thesen durch Martin Luther an die Schloßkirchentür in Wittenberg erinnern soll? Und damit an eine der größten geistigen und geistlichen Umwälzungen in unserer Geschichte? Und wußtet ihr, daß am 1. November seit dem 9. Jahrhundert das katholische Allerheiligen begangen wird? Daß an diesem Tag die Gräber auf den Friedhöfen geschmückt werden, daß das Seelenlicht entzündet wird, welches auch noch am darauffolgenden Allerseelentag leuchtet? Und daß all das sehr viel mehr mit uns zu tun hat als ein keltischer Totengott, der nach amerikanischem Vorbild als Vorwand für Geschäfte mit Gummimasken und anderem Wegwerfmüll an den Zotteln herbeigezerrt wird?

Wußtet ihr nicht? Dacht ich mir. Dafür habt ihr jetzt hohle Rüben.

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