Frauen sind nicht ironiefähig.

Vorhin habe ich im Facebook mit zwei politisch sehr korrekten, geschlechterbewußten Damen über die Euphemismus-Tretmühle diskutiert und angemerkt, daß der Wunsch nach Abschaffung der Schimpfwörter eine sehr mädchenhafte Idee sei. Der eigens hinzugefügte Smiley hat mich nicht davor bewahrt, ganz ernsthaft als patriarchalisch diskriminiert zu werden. :-)

Zu meiner Ehrenrettung habe ich daher ergänzt, ich hätte einmal für einen Kabarettisten die ironische Behauptung verfaßt, Frauen seien nicht ironiefähig, was dann in jeder Vorstellung mindestens eine Frau mittels Buhrufen bestätigt habe. Leider habe ich den Originaltext nicht wiederfinden können; ich habe die Idee aber kürzlich in einer Farce aufgegriffen. Hier der Ausschnitt.

EDITH: Langsam wird mir klar, warum du nicht Bundeskanzler geworden bist.

DIETRICH: Wer sagt, daß ich Bundeskanzler werden wollte?

EDITH: Na, du hast doch selbst immer …

DIETRICH: Was ich immer gesagt hab, war: meinem Intellekt wäre die Führung einer Großmacht angemessen. Es müßte aber schon ne Atommacht sein.

EDITH: (zum Publikum) Der Buschmeiersche Größenwahn.

DIETRICH: Weißt du, was dein Problem ist, Edith? Weißt du, was ihr Weiber für ein Problem habt?

EDITH: Männer.

DIETRICH: Ach was! Euer Problem ist, daß ihr keine Ironie versteht! Die wollt ihr nicht, die ist euch nicht geheuer. Frauen wollen keinen Sarkasmus, Frauen wollen … TÖPFERN!

EDITH: Pfff!

DIETRICH: Ich sage nicht, daß Frauen nicht auch andere Interessen haben – ihr wollt ja zum Beispiel auch Autofahren. Nur eben ganz anders als Männer: Frauen fahren immer und überall achtzig. Auf der Landstraße, in der Stadt, auf der Autobahn – immer achtzig. (zum Publikum) Und auf der Mittelspur. Eine Frau fährt grundsätzlich nur auf der Mittelspur. Mit verdrehtem Sicherheitsgurt! Frauen sind ja körperlich anders gebaut als Männer. Vielleicht ist Ihnen das auch schon mal aufgefallen: Frauen haben ganz andere Gelenke.

EDITH: Was?!

DIETRICH: Na klar! Hast du dich mal beobachtet, wenn du was wirfst? Weißt du, wie das aussieht? Wenn du was richtig weit wegwerfen willst, dann preßt du so den Ellbogen an die Rippen … (macht es vor) … und dann zuckst du mit dem Unterarm, so … und beförderst das Ding direkt vor deine Füße! (zum Publikum) Und dann legt sie den Kopf in den Nacken und stößt ein glockenhelles Lachen aus. Nee, weibliche Gelenke sind einfach anders. Deshalb können Frauen nicht einparken. Sie kommen mit der Drehbewegung nicht klar. Ich sage nur: Schraubverschlüsse! Wer mit einer Frau zusammenlebt, würde niemals eine Flasche Ketchup aus dem Kühlschrank nehmen und einfach schütteln! Warum? Weil eine Frau den Verschluß entweder bloß so oben drauflegt – oder sie schraubt ihn schief. Da fehlt einfach die praktische Begabung.

EDITH: Frauen sind unpraktisch? Ach ja? Darf ich mal daran erinnern, wer hier im Haus zwei linke Hände hat?

DIETRICH: Zwei linke … wer hat denn eine Bohrmaschine und Kombizangen und Doppelmaulschlüssel und Kreuzschlitzschraubendreher?!

EDITH: (zum Publikum) Von allen Bildern im Haus hat er ein einziges aufgehängt. Raten Sie mal, welches.

DIETRICH: (stellt sich unauffällig vor das schiefe Bild)

EDITH: Die Wand dahinter sieht aus wie Schweizerkäse. Und wir hatten drei Tage keinen Strom.

DIETRICH: Also, ein angebohrtes Kabel kann nun wirklich jedem passieren!

EDITH: Vielleicht. Aber eine Frau würde einfach gleich den Elektriker rufen und nicht so lange mit Isolierband und Lüsterklemmen rumwursteln, bis das Gefriergut aufgetaut ist. (zum Publikum) Im Grunde ist man als Frau doch dankbar, wenn der Mann still dasitzt und sich auf ein hilfsbereites Gesicht beschränkt.

DIETRICH: Also bitte! Ich hab sogar schon in der Küche geholfen!

EDITH: Oh Gott, ja! (zum Publikum) Wissen Sie, was ein hämorrhagisches Nasentrauma ist? Ein hämorrhagisches Nasentrauma tritt auf, wenn ein Mann die Kontrolle über die Salatschleuder verliert. (zu Dietrich) Wenn Männer was Praktisches zustandekriegen, ohne sich wehzutun, dann bloß, wenns um die Carrerabahn geht, oder sie bauen den Kölner Dom nach – aus hunderttausend Streichhölzern! Das ist nicht praktisch, das hat auch nichts mit Ironie zu tun, das ist kindisch. Frauen denken praktisch! Wir brauchen keine Sperenzchen und überdrehten Witzchen!

DIETRICH: Das sind keine überdrehten Witzchen, das ist der geistige Ausgleich zu all dem … dem … das ist die ironische Verarbeitung der absurden Wirklichkeit!

EDITH: (zum Publikum) Bitte anschnallen.

DIETRICH: Ja, was denn! Jeden Tag gibts doch ein neues Desaster! Stell dir vor, ich komme ausm Supermarkt nach Hause und im Autoradio war die Meldung: ein neues Virus breitet sich auf der Erde aus, halb China läuft splitternackt Amok – was würdsten da sagen?!

EDITH: Ich würd sagen: vielleicht hast du trotzdem ausnahmsweise mal ans Klopapier gedacht.

 

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