Die Salzletten-Bier-Nummer

Nicht nur in der spackigen AfD formieren sich Männer gegen den Feminismus und wettern gegen das Leugnen aller Unterschiede zwischen den Geschlechtern, gegen männliche Professorinnen, gegen weibliche solche, die zwar bezahlt, aber nicht nach Forschungsergebnissen gefragt werden. Sind diese Männer am Ende aber doch nur um ihre Privilegien besorgt? „Persönliche Schicksale werden – entindividualisiert und verallgemeinert – zu politischen Botschaften, mit denen die wütenden Männer in den Geschlechterkampf ziehen“, heißt es auf  Zeit Online. Da ist was dran; zum Beleg ein Radiosketch, der ein persönliches Schicksal zeigt. Er ist übrigens gut 30 Jahre alt.

Er: (sitzt im Wohnzimmer mit hochgelegten Füßen vor der Glotze, guckt Fußball, trinkt sein Bierglas aus)
Frau!

Sie: (von nebenan)
Ja?

Er: Schätzchen, bring mal nochn Bier!

Sie: Sofort, Liebling!

Er: Aber schön kalt!

Sie: Schon unterwegs!
(kommt herein)
So, da bin ich. Soll ich eingießen?

Er: Nee nee, laß mal, du machst immer zuviel Schaum. Hol mal lieber noch’n paar Salzletten.

Sie: Salzletten? Aber gern!
(läuft los)

Er: (gießt ein)
Frau!

Sie: (von nebenan)
Ja?

Er: Aber knusprige! Mit viel Salz dran!
(trinkt)

Sie: Natürlich!
(kommt mit einer Schale herein)

Guck mal, sind das genug?

Er: (sieht hin, nimmt dabei noch einen tiefen Schluck)
Hmhm, das reicht erstmal. Kannst aber …
(hält sein leeres Glas hoch)
… hier: kannst mir nochn Bier holen. Ist echt nix drin in den kleinen Fläschchen!

Sie: Gern, Liebling!
(läuft los)

Er: (greift sich die Salzstangen; mit vollem Mund)
Aber schön kalt!

Sie: Natürlich schön kalt, mein Schatz!
(erscheint mit einer neuen Flasche)

So, eingießen willst du sicher wieder selbst, stimmts!

Er: Ja.

Sie: Dann hast du ja jetzt alles, oder?

Er: Ja. Oder, nee – nochn paar mehr von den Salzletten könntest du mir vielleicht …

Sie: … Tja, das tut mir nun leid, Kleiner, aber das geht nicht mehr.

Er: Geht nicht mehr?

Sie: Nee, echt nicht. Die Zeit ist echt rum.

Er: Jetzt schon?

Sie: Was heißt „schon“? Ich renn jetzt seit einer Stunde für dich zwischen Fernseher und Küche hin und her, und draußen warten noch drei Freier, die wollen auch alle die Salzletten-Bier-Nummer.

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