Büllesheim (1)

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, und mir fällt auf, wie lange ich es versäumt habe, einen Dichter zu würdigen, der in Deutschland viel zuwenig Beachtung findet. Ich meine den großen Walter Büllesheim, von dessen Arbeiten ich in den nächsten Tagen hier einige in loser Folge veröffentlichen werde.

Büllesheim

Für alle, die ihn noch nicht kennen: Büllesheim stammt aus Merzenich im Rheinland und ist stilistisch ziemlich genau zwischen Eduard Mörike und Bata Illic angesiedelt. Bei aller Verehrung verhehle ich nicht, daß ich ihn erfunden habe. Er selbst bestreitet dies allerdings und tritt bewußt wirklich auf; er trinkt, raucht, ist notorischer Sexist und treibt sich Tag und Nacht kreuz und quer in Deutschland herum. Um ihn halbwegs unter Kontrolle zu halten, habe ich ihn bei der Bahn als Zugbegleiter angestellt. So heißt sein bedeutendster Gedichtzyklus nicht zufällig „Schönes, das der Schaffner schuf“. Daraus nun das erste Werk.

Walter Büllesheim – Der Kondukteur

Die Sonne glüht am Horizont
Der Tag beginnt zu weichen
Schon spiegelt sich ein blasser Mond
In schilfbekränzten Teichen
Des Himmels Blau schwimmt in die Nacht
Ich tret in eure Mitte
Die Fahrausweise bitte

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