LAING!

Kaum habe ich 50 Jahre lang mit glühender Leidenschaft Musik gehört und gemacht, geht mir das Ganze plötzlich nur noch auf die Nerven. Zuviele Wiederholungen, zuviel Abrieb, zuviel angesammelter Ekel vor dem bräsigen Publikum – na ja, oder einfach bloß zu alt.

Wenn der Ausknopf das Wichtigste am Radio ist, entgeht einem natürlich auch Gutes; als ich gestern versehentlich Schönebergers Eurovisionssendung auf den Schirm zappte, war ich deshalb total überrascht von Laing: witzig, ironisch, intelligent, bildhübsch, sexy und von so selbstbewußter weiblicher Ausstrahlung, daß es für vieles entschädigt, was einem so an beleidigten Aufschreijungfern zugemutet wird. Abgesehen vom Titel selbst war die Performance von „Zeig mir deine Muskeln“ ein Riesenspaß; fast noch origineller diejenige von „Wechselt die Beleuchtung“. Und wenn jemand einen so klugen, poetischen, schönen Text auf einer solchen (!) Bühne derart fesselnd rüberbringt, bin ich doch wieder gepackt und zieh begeistert den Hut, auch wenns keiner sieht. Vielen Dank, Laing, war eine Freude.

Schön, nach Wien fährt nun Ann Sophie mit einem faden Titel aus dem staubigen Allerweltsbaukasten, einer Gewähr für einen Platz unter „ferner liefen“. Den wird nicht mal der rote Arschbackendreß rausreißen. Macht nix, hab ja den Ausknopf.

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