Das N-Wort mal wieder …

In der Frankfurter Rundschau schreibt Christian Bommarius über Joachim Herrmanns „wunderbaren Neger“ Roberto Blanco: „Der Begriff ‚Neger’ ist und war schon immer rassistisch.“

Herr Bommarius muß in einem anderen Land aufgewachsen sein als ich. Ich habe als Kind und Jugendlicher in verschiedensten Regionen Deutschlands gelebt und das Wort Neger nie als rassistisch empfunden. Otis Redding und Aretha Franklin („Respect“) waren glühend bewunderte Neger, Rassismus gab es in den fernen USA, wo jedoch selbst Martin Luther King vom „Negroe“ sprach. 1967 kam der Film „Rat mal, wer zum Essen kommt“ in die Kinos (letztes Jahr war er auf Arte wieder mal zu sehen). Darin stellt eine Tochter aus weißem Hause ihren Eltern einen Schwarzen (Sidney Poitier) als Verlobten vor. In der deutschen Synchronfassung werden unentwegt die Wörter Neger und Negerin verwendet – und zwar völlig wertfrei. Sie hatten zu der Zeit offensichtlich keinen abschätzigen oder gar beleidigenden Unterton.

Heute haben sie ihn – dank der Political correctness. Sei’s drum. Das Wort Neger braucht kein Mensch, vergessen wir es. Mit Mumpitzschreibern wie Christian Bommarius werden wir leider leben müssen.

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Ein Gedanke zu „Das N-Wort mal wieder …

  1. Ich wurde 1957 in der DDR eingeschult und bin mit dem Kinderbuch von Ludwig Renn, der Neger Nobi, aufgewachsen. Ich kann Ihnen nur beipflichten, die Bezeichnung Neger war für uns damals nicht rassistisch belastet. Dies wurde uns erst später eingeredet. Dieses ganze Moralisieren und Gendern erzeugt eine neue Form von Untertanengeist. Und wer sich dem nicht anschließen will, wird halt ausgeschlossen, basta.

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