Gehört dazu?

Zu den ärgerlichsten Statements der letzten Jahre gehört dieses: „Der Islam gehört zu Deutschland“. Es ist schlicht falsch.

Richtig ist, daß es den Islam in Deutschland gibt. In Deutschland leben rund vier Millionen Moslems, denen die Unverletzlichkeit ihres Glaubens und Gewissens, die Freiheit ihres religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses und die ungestörte Ausübung ihrer Religion durch unsere Grundrechte garantiert wird (Artikel 4). Das ist gut so, und wer erklärt, der Islam gehöre zu Deutschland, möchte vielleicht nur ausdrücken, man dürfe ihn nicht ausgrenzen (was in der Tat töricht wäre).

Das Wort „gehört dazu“ bedeutet jedoch mehr. Es drückt Unverzichtbarkeit aus. Räder gehören zum Auto, Klappern gehört zum Handwerk, die Pointe gehört zum Witz, das Jackett zum Anzug, Musik zur Disco – und der Koran gehört zum Islam. Eines geht nicht ohne das andere.

Deutschland indessen ist in seiner Geschichte lange ohne den Islam ausgekommen und bedarf seiner auch heute nicht. Es hat sogar seine eigenen religiösen Fesseln und Moralvorstellungen gelockert und sich emanzipiert. Wir Deutschen, insbesondere Kinder, Jugendliche, Frauen und Homosexuelle genießen größere Freiheiten und Rechte als je zuvor. Deshalb tun wir gut daran, alle Postulate und Weisungen des Korans scharf zurückzuweisen, die im Gegensatz zu unseren demokratischen Werten stehen. Religion ist Privatsache und hat hinter das Grundgesetz zurückzutreten.

Deshalb ist der Satz „Der Islam gehört zu Deutschland“ falsch. Ebenso falsch übrigens wie der Satz: „Der Islam gehört nicht zu Deutschland.“

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2 Gedanken zu „Gehört dazu?

  1. Ich kann durchaus nachvollziehen, was Sie meinen, lieber Herr Virch. Und wieder gut geschrieben!
    Doch bei der Schlußpointe, tappen Sie da nicht in Ihre eigene Falle? Sie sagen, „A gehört zu B“ bedeute eine unbedingte Abhängigkeit Bs von A. Die Garantie der Freiheit usw. gehöre in diesem Sinne zu Deutschland, denn ein Deutschland ohne diese geistige Freiheit ist nicht dieses Deutschland, von dem wohl auch Frau Merkel ausgeht.
    Eine Freiheit, welche aber vom Islam nebst einigen anderen Errungenschaften strikt in Frage gestellt wird. Daraus müßte man doch folgern, daß zumindest dieser Aspekt des Islams nun tatsächlich nicht zu Deutschland gehören kann.

    • Das Grundgesetz garantiert Religionsfreiheit, daher gibt es in Bezug auf keine Religion ein „gehört nicht zu Deutschland“. Jeder darf glauben, was er mag, und er darf seinen Glauben auch praktizieren – im gesetzlichen Rahmen. Dieser Rahmen ist freilich nicht immer leicht zu stecken, wie sich etwa in der Beschneidungsdebatte gezeigt hat. Ob jungen Menschen nach Belieben der Eltern ein Glaube eingehämmert werden darf, ist gleichfalls fraglich. Da wird gern die fürsorgliche Floskel benutzt, man wolle in den Kindern „ihren Glauben“ wecken. Welcher da schlummert, weiß die jeweilige Geistlichkeit zufällig genau.

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