Im Rausch der Sterne

Meine Helden waren Cowboys und Indianer. Damals ging ich zwar noch mit kurzen Hosen in die Volksschule, aber meine Bewunderung für Slim und Jess von der Sherman Ranch am Fuß der blauen Berge, für Winnetou und John Wayne wurden auch in der Erwachsenenwelt geteilt. Wilde Ritte auf wilden Mustangs, endlose Prärie, Blutsbruderschaft am Lagerfeuer, Rinderbarone, Sheriffs, harte Fäuste, schnelle Colts, mörderische Kämpfe um Recht, Gesetz und nacktes Überleben, damned, Teufel noch eins!

Dann ging es im echten Leben rund: die Beatles kamen, Rudi Dutschke, Woodstock, Vietnamdemos, Jimi Hendrix, Janis Joplin und so weiter, große Gefühle, Räusche aller Art. Das ist lange her, heute haben wir andere Zeiten. Ich habe gestern „Im Rausch der Sterne“ mit Bradley Cooper gesehen. Ich war neugierig: ein Koch im Rausch der Michelinsterne – ist sowas Bescheuertes verfilmbar? Wie man gleich zu Anfang erfährt, hat der Protagonist tatsächlich alle denkbaren Drogen durch. Wir leben, kaum zu glauben, in einer Ära, deren Helden saufen, koksen, ihre Untergebenen anbrüllen, eine Million Austern knacken, Teller an die Wand schmeißen und sich von Geldeintreibern halbtot schlagen lassen müssen, nur um Geschnetzeltes anrichten zu können.

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