Einfache Lösung. Im Ernst.

Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, eine wohlrecherchierte Notiz darüber zu schreiben, wie sich das Problem mit unseren verblödeten Rechtsradikalen und das mit unseren verblödeten Erdoganbejublern gleichzeitig lösen ließe, da fiel mir eine Geschichte ein, die Kurt Vonnegut mal dem von ihm erfundenen Autor Kilgore Trout in den Mund gelegt hat:

Ein Außerirdischer landet in seinem Raumschiff auf der Erde, und zwar mit einem Rezept zu ihrer Rettung. Er steigt aus und betritt das nächstbeste Haus, wo eine Familie beim Fernsehen sitzt. Unglücklicherweise verständigt man sich auf dem Heimatplaneten des Außerirdischen durch Furzen und Steptanzen, und so kommt das Rezept zur Rettung der Erde bei der Familie nicht gut an. Der Vater holt einen Baseballschläger und macht den Fremden damit platt.

Deshalb nur kurz: In letzter Zeit häufen sich wieder mal die Meldungen darüber, daß die Deutschen verblöden. Die Kinder können nicht mehr richtig lesen und schreiben, wissen nichts mehr, können nicht mal Demokratie und Diktatur auseinanderhalten, und sollen sie auf der Stelle hüpfen, fallen sie auf den Kopf. Wenn ich mir unsere Rechtsradikalen und Erdoganbejubler angucke, glaube ich nicht nur, daß die Horrormeldungen stimmen, sondern erkenne, daß alles noch viel schlimmer ist und vor allem schon seit Jahrzehnten schwiemelt.

Die Lösung: Sofortige strengstens durchgesetzte Schulpflicht und umfassende Wissensvermittlung.

Wichtig bei der praktischen Umsetzung dieses schlichten Rezepts wäre ein radikaler Ausschluß aller Schulreformer, das hieße: Schluß mit Schreibenlernen nach Gehör, Schluß mit allen Varianten der sauerländischen Zwergschule (gemeinsamer Unterricht für Groß und Klein), Schluß mit dem Verbot von Zensuren, dem Verbot von Diktaten, der Versetzung ohne Lernfortschritt, der Kompetenzorientierung (was immer das sein mag), der individuellen Förderung per Einheitsschule und so fort, mit einem Wort, Schluß mit Mumpitz.

Schulreformer, denen das nicht paßt, könnten dann „Villon“ und „Lästerzungen“ googeln und im gefundenen Gedicht das Wort Lästerzungen durch „Schulreformer“ ersetzen.

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8 Gedanken zu „Einfache Lösung. Im Ernst.

  1. Schluß mit:
    Neoliberalismus in der Schule
    Konkurrenz in in der Schule
    Wissenskanon in der Schule
    Wir wissen es und die Kinder sollen das verdammtnochlmalendlich auchbegreifen-Lehrern/Eltern/Bildungsdödeln
    Powerpointpräsentationen (nicht nur in der Schule)

    Und : Ja. Natürlich können die Kinder – Eure nicht völlig verblödeten Sozialdarwinisten/Identitären – durch Zucht und Ordung in der Sprache! ORDENTLICH! profitieren respektive(schulligung zwei FREMDWORTE in Folge) was LERNEN! Jawoll mein Sprachführer

    Ach, übrigens: Schluß mit „Gesundheit“

  2. Virch: „Disput? Worüber?“

    Nun, zum Beispiel über die von Dir vorgeschlagene „Lösung: Sofortige strengstens durchgesetzte Schulpflicht und umfassende Wissensvermittlung. Wichtig bei der praktischen Umsetzung dieses schlichten Rezepts wäre ein radikaler Ausschluß aller Schulreformer, das hieße: Schluß mit Schreibenlernen nach Gehör, Schluß mit allen Varianten der sauerländischen Zwergschule (gemeinsamer Unterricht für Groß und Klein), Schluß mit dem Verbot von Zensuren, dem Verbot von Diktaten, der Versetzung ohne Lernfortschritt, der Kompetenzorientierung (was immer das sein mag), der individuellen Förderung per Einheitsschule und so fort, mit einem Wort, Schluß mit Mumpitz.“

    Das alles sind ausnehmend vernünftige und konservative Forderungen! Warum also so schmallippig? Willst Du eigentlich gar keine Antworten?! Dann sperr‘ doch die Antwortfunktion! Für weitere ausbleibende Kommentare zu Deinen Gedanken kann ich nichts.

    • Ein Disput setzt kontroverse Auffassungen voraus. Dein Kommentar („vernünftig“) stimmt eher zu. Daß sich meine „Lösung“ (sie ist zumindest die unabdingbare Voraussetzung für eine solche) konservativ ausnimmt, markiert genau das Problem.

  3. Danke dafür, aber billig! Du hast mit „Einfache Lösung. Im Ernst“ angefangen und ein paar brauchbare Gedanken geäußert, die ich gut fand. Wie weiter im Disput?

  4. Guter Vorschlag! Hoffentlich kommen verblödete Linksradikale nicht auf die Idee, „Schluß mit…“ sei die und Deine Sprache von „Rechts“! Farbeier und Benzin vor der Haustür sind nicht nett! Und ja, „Schluß mit…“ klingt schon wie „Rechts“… und darum aber nicht gleich unvernünftig! Danke dafür!

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