Religiöser Kindesmißbrauch

Die Burkadebatte sei völlig überflüssig, sagen Gegner eines Verbots. Erstens müsse man Burkaträgerinnen in Deutschland mit der Lupe suchen, zweitens herrsche in Deutschland Religionsfreiheit, und drittens sei es in Deutschland jedem selbst zu überlassen, wie er sich kleide. Nebenbei wird darauf hingewiesen, daß nicht jede muslimische Vermummung eine Burka sei: es gebe schließlich auch den Hijab, den Chador und den Niqab.

burka

Burkaträgerinnen muß man in Deutschland tatsächlich mit der Lupe suchen. Ich selbst habe bisher nur eine einzige gesehen. Das war vor drei, vier Jahren auf dem Ikeaparkplatz in Hamburg Moorfleet. Trotzdem bin ich für ein Verbot – von Burka, aber auch von Hijab, Chador und Niqab.

Und zwar aus Gründen der Religionsfreiheit.

Religionsfreiheit bedeutet nämlich nicht nur Freiheit für jedwede gewünschte Religion, sondern auf Wunsch auch Freiheit von jedweder Religion. Niemand darf zu einem Glauben gezwungen werden. Das geht ohnehin nicht? Doch, das geht. Wer etwa in den fünfziger Jahren in streng katholischer deutscher Umgebung aufwachsen mußte, ist vertraut mit den unablässigen, unentrinnbaren Belehrungen, den Regeln und Tabus, den Drohungen und wohlgeschürten Ängsten, mit denen man Kindern „ihren“ Glauben aufzwingen kann. Von sich aus haben Kinder keinen Glauben. Sie haben allenfalls ein Bedürfnis danach, doch gerade das ist kein Freibrief für Gehirnwäsche.

Keine Frau, die als Kind nicht religiös indoktriniert wurde, die nicht massivem Familienzwang ausgesetzt ist und dazu noch alle Tassen im Schrank hat, schwitzt aus lauter Glaubenstreue unter einem Kopftuch oder Schlimmerem.

Die „freiwillige“ Vermummung ist das Ergebnis erfolgreichen religiösen Kindesmißbrauchs.

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2 Gedanken zu „Religiöser Kindesmißbrauch

  1. Was für ein Unsinn!
    Religionsfreiheit im Sinne unserer Verfassung bedeutet natürlich nicht „Freiheit von Religion“, sondern die Freiheit, die eigene Religion aussuchen und ausüben zu können.
    Für religiöse Indoktrination in Extremfälle gibt es das Jugendamt, und für Zwang jegwelcher Art natürlich auch schon einen bewährten Straftatbestand: Nötigung.

    Man kann nicht alle Kleidungsstücke, die einem nicht gefallen, einfach verbieten. Dafür braucht es sehr gute Gründe.

    • Ich lasse gelegentlich einen dummen Kommentar zu, wenn er der Verdeutlichung dienlich sein könnte. Lieber Michael, erstens schützt die Religionsfreiheit auch Atheisten, zweitens kann sich niemand „die eigene Religion aussuchen“, der von klein auf zum Glauben an eine oktroyierte sowie zum Tragen entsprechender Unterwerfungskleidung genötigt wurde (der Straftatbestand gehört dringend diskutiert), und drittens geht es nicht um alberne Geschmacksfragen, sondern um freie Selbstbestimmung. Gegen Kopftuch-, Burka- und Burkinizwang ist das Jugendamt derzeit machtlos.

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