Notiz zur rechten Weinerlichkeit

Heute habe ich Andreas Gabalier und Xavier Naidoo ein Lied singen hören. Es heißt „A Meinung haben“, und der Text geht ungefähr so:

Wos is des bloß,
Wo kummt des her
Neue Zeit, neues Land
Wo führt des hin?

Wie kann des sein
Dass a poar Leut,
Glauben zu wissen,
Wos a Land so wü

Is des der Sinn einer Demokratie
Dass ana wos sogt und die andern san stü

A Meinung ham, dahinter stehn
Den Weg vom Anfang zu Ende gehen
Wenn sei muaß ganz allan
Do oben stehn
A Meinung ham, dahinter stehn

Heute so, mit felsenfester Meinung,
Doch wenns ned aufgeht
Is morgen kana do
Doch irgendwann kummt dann der Punkt
Wo’s am reicht, dann wird’s z’vü
Dann schauns di an, mit ganz großen Augen
Wenn ana aufsteht und sagt was er si denkt

A Meinung ham, dahinter stehn
Den Weg vom Anfang zum Ende gehen
Wenn sei muaß ganz allan
Do oben stehn

A Meinung ham, dahinter stehn
Die Welt mit eigenen Augen sehn
Ned ollas glauben wos a poar so red’n
A Meinung ham, dahinter stehn

A Meinung ham, dahinter stehn
Den Weg vom Anfang zum Ende gehen
Wenn sei muaß ganz allan
Do oben stehn

Man fragt sich nicht erst beim „kana do“, ob da beim Dichten keiner zuhause war. Die Botschaft ist immerhin klar: Ein paar Mächtige haben sich gegen die Demokratie verschworen und verändern das Land gegen den Willen seiner Bürger. Bei Naidoo stecken gern mal die Juden dahinter („Baron Totschild“). Derlei braune Kopfkacke hat er nun mal unterm Aluhut. Vielleicht sind es aber auch totalitäre linksgrüne Geheimkräfte, gegen die man sich erheben muß? Vorgetragen wird das Ganze in Moll, die Sänger sind den Tränen nahe, stehen „do oben“ aber unbeugsam zu ihrer Meinung – „wenns sei muaß ganz allan“. Die entscheidende Frage, die sich jeder Geisterfahrer stellen sollte, ist ihnen ebensowenig bekannt wie der Umstand, daß Dummstrunzen auch dann kein Verdienst ist, wenn man es Meinung nennt.

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